Unser Projekt Brennholz zu digitalisieren 

Ein Drittel der Schweiz ist mit Wald bedeckt. Fast die Hälfte aller Schweizer Wälder sind Schutzwälder – und um diese zu erhalten, braucht es Pflege. An Steilhängen ist der Arbeits- und Kostenaufwand zum Holzen jedoch besonders gross: Angesichts des tiefen Holz-preises lohnt es sich hier nicht, Holz zu schlagen. Der tiefe Holzpreis macht auch der Waldwirtschaft zu schaffen: Viele Forstbetriebe schreiben rote Zahlen. Laut Bundesamt für Umwelt unterstützt der Bund die Kantone bei der Schutzwaldpflege mit rund 70 Mio. Franken pro Jahr.  Das wirkt sich verheerend auf das sensible Ökosystem der Alpen aus. Die Alpen leiden besonders unter dem Klimawandel. Die Temperaturen steigen hier doppelt so schnell an wie im globalen Durchschnitt. Die Gletscher schmelzen, der Permafrost taut auf und die stark an ihren extremen Lebensraum angepassten Pflanzen und Tiere fliehen in die Höhe – soweit möglich. Die Bevölkerung in den Alpen ist vom Klimawandel auch durch das erhöhte Risiko von Murgängen und Steinschlägen betroffen. Es scheine dringlich, eine zumindest kostendeckende Waldbewirtschaftung anzustreben, um die Schutzfunktion des Waldes auch in Zukunft sicherstellen zu können, heisst es in der Publikation «Forstwirtschaftliches Testbetriebsnetz der Schweiz», die 2018 herausgegeben wurde. Eine brisante Aussage: Denn die Bedeutung der Schutzfunktion des Waldes dürfte angesichts des Klimawandels und der zunehmenden Gefahr von Steinschlägen und Murgängen gerade in den Alpen weiter zunehmen. – Der Anstieg der Holzimporte trägt da alles andere als zur Verbesserung der Situation bei. 

Holzenergie ist CO2-neutral: Bei der Verbrennung eines Baumes entsteht gleich viel Kohlenstoffdioxid, wie der Baum während seines Lebens aufgenommen hat. Das heisst, wenn Öl- oder Gasheizungen durch Holzfeue­rungen ersetzt werden, kann CO2 eingespart werden. Dennoch wird Holz als erneuerbarer Energieträger kaum genutzt. Gemäss Bundesamt für Umwelt (Bafu) ist der Gebäudesektor – mit dem grössten Faktor Heizen – für einen Viertel der in der Schweiz ausgestossenen Treibhausgase verantwortlich. Nach wie vor werden 70 Prozent aller Gebäude mit Öl oder Gas beheizt. Die nationale Energiestrategie sieht vor, erneuerbare Energien zu fördern. Dazu zählt die Holzenergie. Sie hat laut Bafu den Vorteil, dass sie Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Inland schafft.  Hinzu kommt, dass die Schweiz mit dem Umstieg von Öl auf Holz weniger abhängig ist von Importen, da die Holzversorgung in der Schweiz sichergestellt werden kann. Auch das Bundesamt für Energie (BFE) unterstützt den Ausbau der Holzenergie. Das BFE geht zurzeit davon aus, dass jährlich 1 bis 3 Millionen Kubikmeter Holz mehr genutzt werden könnten. 

Es scheint auf der Hand zu liegen, dass der Wald mit dem Ausbau der Holzenergie stärker genutzt wird.  Nicht zwingend wie wir feststellen. Seit einigen Jahren ­sehen sich Forstbetriebe gezwun­gen, bereits geschla­genes Holz im Wald liegen und ver­rotten zu lassen. Aus finanziellen ­Gründen.  Vielenorts lohnt es sich nicht, das Holz auf­zubereiten und aus dem Wald zu holen. Der Preis, den man dafür ­erhält, ist ­tiefer als die Kosten, die für das Fällen und Aufberei­ten an­fallen. Sehr erschwerend kommt noch dazu, dass der Verbrauch je nach Wetter extrem schwanken kann. Selbst bei explodierender Nachfrage muss man lieferbereit bleiben. Die Kunden kaufen Brennholz sehr kurzfristig und situationsbezogen ein. Und genau diese fehlende Planbarkeit ist der Grund für den hohen Importanteil beim Energieholz.  

Im Jahr 2012 haben wir für die Eco Forest Firewood die zur Amerikanischen Essay-Group gehört den Import und Vertrieb von Brennholz in der Schweiz übernommen.  Wir verkauften Finnenkerzen und Hartholz an Onlineshops, Tankstellen, Bau- und Gartenmärkte in der ganzen Schweiz. Die Nachfrage nach Schweizerholz war auch da und somit haben wir im 2014 damit angefangen Schweizer Holz zu vertreiben. Schnell merkten wir das die Logistik und die Verfügbarkeit unser grösstes Problem darstellten. Bei der  Eco Forest Firewood in Riga konnten wir kurzfristig 40 Tonnen Brennholz ordern die in der folge Woche wie gewünscht palettisiert geliefert wurde. Qualität und Preis waren einwandfrei.
Wieso ging das nicht in der Schweiz? Zum einen da wir viele kleine Anbieter in der Schweiz haben und zum anderen die Vorgaben der Verkaufs- und Verpackungsgrössen nicht geregelt sind. So verkaufen einige Anbieter ihr Holz in Gitterboxen, andere Lose in Schüttmetern und wider andere nur ab 2 Ster. Wir fingen an das Holz selber zu verarbeiten nach den Kundenwünschen. Wir sägen, spalten, trocknen, reinigen, verpacken und komisionieren das Brennholz von Wald-besitzern und Forstbetrieben und brachten es so in den verkauf. 

Auch hier merkten wir dass unsere Grenzen mit der Planbarkeit erreicht waren. Es liess uns keine ruhe. Es kann doch nicht so schwer sein eine vernünftige Planung zu bekommen. Wir machten uns daran die verschiedenen beteiligten zu befragen und heraus zu finden was genau die Bedürfnisse sind. Heraus gekommen ist eine Plan-Software die den Produzenten und Nutzer zusammen bringen. Eine Software die es ermöglicht vorab Energieholz zu bestellen und am vereinbarten Tag die gewünschte Menge liefern zu können. Der Produzent wiederum weiss genau wieviel wir an Energieholz vorbestellt haben und bis wann wir dieses Abrufen werden. Die hier vorliegende Plattform verbindet alle beteiligten Parteien um Schweizer Energieholz zu fördern und zu Nutzen zu einem vertretbaren Preis.